Kälte und Trockenheit – fünf Dinge, die du jetzt für dich und deine Orchidee tun kannst!

Hallo Kälte und Trockenheit! Sicher hast du es buchstäblich am eigenen Leib – oder besser: an der eigenen Haut – erfahren: Die Luft ist in diesen Tagen nicht nur kalt, sondern vor allem in Innenräumen auch schon sehr trocken.

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Ich messe in meinen vier Wänden Werte deutlich unter 40 % relative Luftfeuchte. Das ist sowohl für uns Menschen als auch für unsere Orchideen unterhalb der Komfortzone. Es gilt deshalb, für beide Seiten Abhilfe zu schaffen.

Nun könntest du sagen: Was solls, dann lüfte ich halt alle Nas` lang, denn draußen regnet oder schneit es ja und die Luft ist feucht. Leider ist das nur die halbe Wahrheit. Denn dadurch, dass die Luft draußen so kalt ist, hat sie in absoluten Zahlen gemessen auch absolut wenig Flüssigkeit in petto.

Du lässt also beim Lüften nicht nur extrem kalte, sondern im Verhältnis auch extrem trockene Luft hinein. Und daher bringt das Lüften momentan so gut wie gar keine Verbesserung für die Luftfeuchte.

Andere Maßnahmen müssen her. Aber welche? Ich gebe dir heute fünf Tipps an die Hand, was du in diesen Zeiten trockener Heizungsluft für deine Orchidee und für dich tun kannst.

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Tipp 1: Wäsche waschen

So simpel, aber so effektiv: Wasche deine Wäsche und lasse sie in dem Raum trocknen, in dem deine Orchideen stehen. So schlägst du gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Die Wäsche wird aufgrund der extrem trockenen und durch die Heizung warmen Luft super schnell trocken. Dabei gibt sie die in ihr enthaltene Feuchtigkeit an die Umgebung ab und die relative Luftfeuchte im Raum steigt an.

Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht und vorher sowie hinterher die Luftfeuchtewerte notiert. Status vor dem Wäsche aufhängen: 37% relative Luftfeuchte. Status etwa vier Stunden nach dem Wäsche aufhängen: 46% relative Luftfeuchte. Eine deutliche Verbesserung.

Leider geht der Effekt zur Neige, sobald die Wäsche getrocknet ist. Das ist hier allerdings kein Problem, denn Wäsche gibt es gefühlt immer. Wenn du eher weniger regelmäßige Wäsche hast denk mal drüber nach, was mal wieder gewaschen werden könnte. Die Vorhänge vielleicht? Oder der eine oder andere Teppich? Jetzt ist die ideale Zeit dafür!

Viele Orchideenhändler haben den Orchideenversand vorerst eingestellt. Es ist einfach zu kalt und Orchideen laufen Gefahr, im Paket Frostschäden zu bekommen.

Tipp 2: Wasserquellen aufstellen

Ist es bei dir aus irgend einem Grund nicht möglich, die Wäsche im gleichen Zimmer zu trocknen, in dem deine Orchideen stehen? Etwa weil dort kein Platz ist oder du im gleichen Raum schläfst und die Wäsche neben dir unangenehm finden würdest? Dann gibt es eine weitere Variante, die relative Luftfeuchte zu erhöhen.

Schaue mal in deine Küchenschränke, welche mehr oder weniger flachen Schalen dir in die Hände geraten. Diese füllst du mit Wasser und stellst sie an verschiedenen Orten in deinem Orchideenzimmer auf. Das Wasser verdunstet über die Oberfläche und geht in die Luft über.

Dies hat zwar nicht den gleichen Effekt wie die Wäsche, da die Oberfläche der Schalen viel geringer ist und deutlich weniger Wasser verdunstet, aber einen kleinen Effekt hat es schon. Besser als nichts könnte man sagen.

Tipp 3: Die Orchideen auf Fensterbankschalen setzen

Kennst du Fensterbankschalen? Das sind Plastikwannen mit einem Gittereinsatz, in die du Wasser einfüllen und dann deine Orchideen draufstellen kannst. Dadurch, dass die Orchideen nun direkt über einer Wasserfläche stehen, erhöht sich die relative Luftfeuchte dort lokal. Die Orchideen genießen sozusagen ihre feuchtere Oase inmitten der Wüstenluft.

Ein weiterer Pluspunkt bei Fensterbankschalen: Du kannst deine Orchideen ohne Übertopf auf das Gitter stellen und läufst so nie mehr Gefahr, dass sich Wasser im Übertopf sammelt und deiner Orchidee die Wurzeln wegfaulen. Denn das Wasser läuft nach dem Tauchgang einfach durch den Topf ab und wird von der Fensterbankschale aufgefangen. Praktisch, oder?

Tipp 4: Bei Kälte und Trockenheit schonend lüften

Klar, auch im Winter und zu einer Zeit wie jetzt, in der es für unsere Verhältnisse wirklich sehr kalt ist, muss ab und an frische Luft ins Haus. Dabei solltest du jedoch zum Wohle deiner Orchideen auf ein paar Details achten.

Lüfte den Raum, in dem deine Orchideen stehen, indirekt. Reiße, sofern möglich, nicht unbedingt das Fenster auf, an dem deine Orchideen stehen, sondern ein anderes Fenster im Raum. So bekommen deine Orchideen die Kälte und Trockenheit zumindest nicht ungefiltert zu spüren.

Wenn möglich lüfte zu der Tageszeit, zu der es vergleichsweise am wärmsten ist. Also nicht gerade mitten in der Nacht kurz vor Sonnenaufgang, wenn alles so richtig schön herunter gekühlt ist. Sondern lieber mitten am Tag, nachdem die Sonne ein wenig draußen war und das Thermometer auf mollige zehn Grad angestiegen ist.

Und der dritte Punkt in Sachen lüften: Lasse das Fenster nicht stundenlang offen, sondern verfahre nach dem Prinzip Stoßlüften. Fenster auf, die kalte Luft für eine begrenzte Zeit, vielleicht etwa zehn bis fünfzehn Minuten, herein lassen und dann das Fenster wieder schließen. So verhinderst du, dass der Raum total auskühlt, hast aber trotzdem den Effekt von ausreichend frischer Luft.

Tipp 5: Regelmäßig den Wasserbedarf deiner Orchidee prüfen

Mir ist es in den letzten Tagen extrem aufgefallen. Durch die trockene Luft habe ich deutlich mehr Durst. Das könnte auch bei deinen Orchideen der Fall sein, da sie über ihre Oberflächen mehr Wasser abgeben als bei feuchterer Umgebungsluft.

Prüfe also regelmäßig, ob deine Orchidee noch genügend Feuchtigkeit im Topf hat oder ob der Topf schon ganz leicht ist. Dann ist es Zeit für das nächste Wasserbad. Andernfalls drohen Knospenfall und Blütenschwund.

Mit diesen Tipps bist du gut gegen die andauernde Kälte und Trockenheit gerüstet. Und ich bin ansonsten sicher: der nächste Frühling kommt bestimmt. 😉

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