Schädlinge an Orchideen – 5 Tipps zur Vorbeugung

Schädlinge an Orchideen sind nicht nur lästig. Mitunter können sie sogar ganze Bestände zerstören und einem die Lust am Hobby verleiden. Damit es nicht soweit kommt habe ich fünf Tipps für euch, wie ihr Schädlingsplagen an euren Orchideen gezielt vorbeugt.

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Tipp 1 gegen Schädlinge: Vor dem Kauf Standortfrage klären

Das beste Mittel gegen Schädlinge ist eine gesunde, abwehstarke Pflanze. Damit eure Orchidee sich rundum wohl fühlt, müsst ihr ihr einen Standort bieten, der ihren Ansprüchen entspricht. Informiert euch also bereits bevor ihr eine Orchidee kauft darüber, was sie braucht. Steht sie gerne hell oder eher halbschattig? Mag sie es kühl oder lieber warm? Kauft nur Pflanzen, denen ihr einen geeigneten Standort bieten könnt. Optimale Bedingungen machen die Pflanze widerstandsfähiger und helfen in gewissem Maße, ihre Eigenabwehr gegenüber Schädlingen zu stärken.

Tipp 2 gegen Schädlinge: Die Orchidee gründlich inspizieren

Wenn ihr die Gelegenheit habt, eure Orchidee vor Ort in einer Orchideengärtnerei oder bei einem anderen Händler zu kaufen, begutachtet sie genau. Sucht sie nach Spuren von Krankheiten oder Schädlingsbefall ab. Das können beispielsweise Ablagerungen oder dunkle Flecken auf den Blättern sein. Auch eingesunkene Stellen oder ein auffälliger Misswuchs der Blätter – eingerollte oder verfärbte Stellen – können auf Schädlinge hinweisen. Ein Blick auf die Wurzeln ist ebenfalls ratsam, denn auch hier können sich Schädlinge verstecken. Kauft eine Pflanze nur, wenn ihr sie optisch für schädlingsfrei erklären könnnt. Habt ihr Orchideen bestellt prüft sie gleich bei Ankunft der Lieferung und scheut euch nicht, Pflanzen zu reklamieren, die euch nicht gesund erscheinen.

Tipp 3 gegen Schädlinge: Neue Orchideen separat stellen

Auch wenn ihr euch nach eurer genauen Begutachtung ziemlich sicher seid, dass ihr euch mit eurer neuen Orchidee keine Schädlinge ins Haus geholt habt, macht es Sinn, sie einige Wochen getrennt von euren anderen Pflanzen stehen zu lassen. Denn manche Schädlinge sind so klein und unscheinbar, dass ein leichter Befall mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Das ist zum Beispiel bei Spinnmilben der Fall. Und die können sich plötzlich und explosionsartig vermehren und ohne Probleme ganze Bestände dahinraffen. Deshalb kann es nicht schaden, diese Vorsichtsmaßnahme zu treffen und die neue Orchidee vier bis sechs Wochen genau zu beobachten. Sieht sie nach dieser Zeit weiterhin gesund aus könnt ihr es wagen und sie zu euren anderen Orchideen stellen.

Tipp 4 gegen Schädlinge: Orchideen einzeln Wässern

Viele Schädlinge werden alleine dadurch auf Nachbarpflanzen übertragen, dass die Pflanzen nebeneinander stehen. Besonders einfach macht man es ihnen aber, wenn man alle Pflanzen im gleichen Wasser taucht. Ich habe mir auf diese Art zu Beginn meines Orchideen-Hobbys einmal von einer Supermarktpflanze eingeschleppte Wollläuse in meinem gesamten Orchideenbestand verteilt. Sicher, es wirkt auf den ersten Blick praktisch, eine Wanne voll Wasser zu füllen und alle Pflanzen dort hinein zu tauchen. Aber tut es lieber nicht. Denn der Aufwand, den man hat, die Schädlinge später wieder los zu werden, ist die Arbeitserleichterung beim Wässern nicht wert. Meine Alternative: Jeder Orchidee wird zum Wässern ihr eigener Übertopf voll Wasser gefüllt. Nach einer halben Stunde das Wasser wieder abgießen, fertig!

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Tipp 5 gegen Schädlinge: Befallene Orchideen sofort aus dem Bestand nehmen

Trotz aller Maßnahmen und Vorsicht kann es trotzdem immer einmal passieren, dass eine eurer Orchideen sich mit Schädlingen infiziert. Das hat dann nichts mit schlechter Pflege oder Unachtsamkeit zu tun, sondern liegt einfach in der Natur der Sache. Manche Schädlinge können zum Beispiel durch das geöffnete Fenster auf die Orchideen gelangen. Oder von anderen Zimmerpflanzen überwandern. Wichtig ist: Entdeckt ihr einen Befall an einer eurer Orchideen, nehmt sie auf jeden Fall sofort aus dem Bestand und separiert sie. So minimiert ihr die Gefahr, dass sich andere Orchideen anstecken. Das kann natürlich auch bereits passiert sein. Beobachtet deshalb die anderen Orchideen sehr genau und prüft sie noch öfter als sonst auf Schädlingsbefall.

Wenn ihr diese fünf Tipps beachtet und beim Kauf von Orchideen neben dem Preis vor allem auf eine gute Qualität der Pflanzen achtet seid ihr auf einem guten Kurs, das Risiko von Schädlingsbefall an euren Orchideen auf ein Minimum zu reduzieren.

Natürlich kann man sich nicht zu 100% vor Schädlingen an Orchideen schützen. Auch ich hatte schon mehrmals einen Schädlingsbefall. Bei der Bekämpfung habe ich sehr gute Erfahrungen mit Neemöl gemacht. Ich verwende das NEUDORFF Neem Plus Schädlingsfrei 200 ml*. Es gibt noch einige weitere Hersteller, die Neemöl zur Schädlingsbekämpfung anbieten.

Ich wünsche euch viel Freude mit euren Pflanzen und möglichst wenig Ärger mit Spinnmilbe, Wolllaus und Co!

Dieser Beitrag ist unter dem Titel „Schädlingen an Orchideen vorbeugen – 5 Tipps für gesunde Pflanzen“ in ähnlicher Form ebenfalls erschienen auf dem für Hobbygärtner sehr empfehlenswerten Blog Diese Rombergs.

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15 Kommentare

  1. Nach langer Ruhe sind die Biester nun leider an einer anderen Pflanze wieder da.
    Ich muss davon ausgehen, dass wohl alle 14 Orchideen betroffen sein werden. Verdammte Wollläuse. Hatte nun bislang Careo Schädlingsfrei Rosenspray gut verdünnt im Einsatz. Beim Tag der offenen Tür fiel mir morgens der erneute Befall auf und hatte dann noch Celaflor Schädlingsfrei extra für Orchideen gekauft. Dies hatte ich genau nach Angabe benutzt. Jungtiere sind weiterhin kräftig flauschig, aber sie scheinen sich nicht mehr zu bewegen. Ältere Prachtexemplare lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen, die zerstörren gemütlich weiter. Was kann ich noch tun? Kann es sein, dass es nur bei Jungtieren wirkt und die vermutlichen Eier nicht schlüpfen werden oder kann ich durch die erwachsenen Prachtexemplare vom schlimmsten ausgehen?

  2. Hab leider vom letzten Bummel eine Orchidee mit Wolläuse mitgebracht. Trotz des vorherigen Checks konnte ich die Tiere nicht sehen. 1 Woche später beim umpflanzen in die Orchitope kam dann die üble Überraschung.
    (Orchitope + Colomi. Das alte Rinden-Granulat hab ich weggeschmissen)
    Die Tiere hielten sich nur an den 3 Trieben auf, aber auf den Blättern ist schon sehr gut der Honigtau fühlbar. Allerdings bisher ohne Ruspilz. Der Pflanze selber geht es auch recht gut. Sie bildet an den verblühten Trieben neue Knospen.
    Da ich nichts besseres wusste, hab ich nur eben zur Deoflasche gegriffen.
    Nun die Frage kann es sein, dass die sich nur auf den Trieben breitgemacht hatten oder muss ich aufgrund des Honigtaus auf den Blättern eher vom Worst Case ausgehen? Und falls es weiter behandelt werden sollte, kann ich statt tauchen das Neemöl auch einfach im Gießwasser beifügen?

    • Hallo Yvonne,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Sind weiße Beläge auf den Blättern sichtbar? Du solltest die Orchidee in Neemöl tauchen, da es nur so wirklich wirkt. Dem Gießwasser zugeben bringt nicht viel.

      Liebe Grüße
      Jessica

      • Nein weiße Beläge sind nicht zu sehen. Außer dem klebrigen Belag sind 2 Blattspitzen braun, aber amsonsten sind die Blätter fest und schön grün.
        Vielen Dank für die Hilfe

        • Hmm Leider sind die Plagegeister wieder da. Ich hab schweren Herzens die Triebe gekürzt, da bei den Augen richtig kleine Höhlchen reingefressen wurden. Dadrin grinsten die Biester einem mit der Lupe buchstäblich an und wuselten IM Trieb rum.
          Ich war heute im Baumarkt, da kam die Orchidee ja her. Die haben mir als Entschuldigungsgeste Cargo Schädlingsfrei mitgegeben. Ich hab es erstmal stark verdünnt angewendet. Also in einem 250 ml Wasserglas/ 4 Sprüher und das gemisch dann mit einem Tuch auf die Blätter gewischt. Alle Orchideen haben es buchstäblich inhaliert. Hoffe, dass es nun ruhiger wird. Der Vorteil soll wohl sein, dass die Orchidee selber gegen die Biester vorgehen kann.
          Aber mal eine Frage. Hab bei den ganzen recherchen noch nie gelesen, dass sich Wollläuse in einem Trieb reinfressen und innen herumwuseln. Was für Ungeziefer ist das bloß? Von den Bildern her sind es 100% Wollläuse. Die Wattebäusche, die Tierchen an sich alles passte zu 100%. Aber diese Höhlen sind mir echt ein Rätsel.

          • Hallo Yvonne,

            vielen Dank für deinen Kommentar.

            Ich drücke erstmal die Daumen, dass du sie jetzt erfolgreich bekämpft hast. Gute Frage mit den Höhlen. Waren da vielleicht vorher schon Löcher und sie sind einfach rein gekrabbelt? Generell mögen sie so Nischen ja gerne.

            Viele Grüße Jessica

  3. Hallo Jessica, hier ist wieder mal Dietmar. meine Orchideen werden ständig von Schildläusen befallen, was kann hier helfen!?
    Gruß Dietmar

    • Hallo Dietmar,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Hast du es schon mit Neemöl versucht? Zwei Mal im Abstand von etwa zwei Wochen die komplette befallene Pflanze in einer Neemöl-Wasser-Mischung tauchen. Eventuell auch scheinbar nicht befallene Pflanzen separat tauchen, vielleicht sind sie auch befallen. Viele Grüße Jessica

      • Hallo Jessica, habe bis jetzt darauf verzichtet und die teile immer wieder per Hand vernichtet, aber jetzt werden es immer mehr und ich werde auf Neemöl zurück greifen.
        Danke für den Hinweiß.
        Gruß Dietmar

  4. Hallo Jessica,
    Orchideen sind glaube ich besonder häufig von Schädlingen befallen. Gerade letztens musste ich wieder eine meiner Orchideen wegwerfen, da sie total kaputt war – natürlich waren es auch wieder irgendwelche Schädlinge, die sich dort breit gemacht hatten. Wenn ich mal wieder eine befallene Orchidee habe, werde ich deine Tipps anwenden, vielleicht ist dann noch etwas zu retten.

    • Liebe Viktoria, vielen Dank für deinen Kommentar. Hoffen wir, dass du meine Tipps nicht so schnell wieder brauchst, zumindest nicht die für einen akuten Befall :). Viele Grüße Jessica

  5. Seit einigen Tagen beobachte ich an einem Blatt schwarze „Warzen“.Die Orchidee blüht unaufhörlich und die Blätter sind grün undssaftig.Handelt es sich bei diesen Flecken um eine Krankheit?Und welche?

    • Hallo Manuela, vielen Dank für deinen Kommentar. Sind die Warzen fest oder lassen sie sich ablösen? Könnten es Schildläuse sein? Viele Grüße Jessica

    • Liebe Birgit, vielen Dank für deinen Kommentar. Wie auch im Beitrag erwähnt empfehle ich Neemöl zur Bekämpfung. Viele Grüße Jessica

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