Miltonia & Miltoniopsis-Orchideen pflegen

Auch wenn die Miltonia urprünglich aus Südamerika stammt, das wir insgeheim mit Sonne und Wärme verbinden, mag es diese Orchideengattung am liebsten kühl-temperiert. Welche Besonderheiten du bei der Pflege dieser Gattung noch beachten solltest, das erfährst du jetzt!

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Optimale Temperatur und Luftfeuchte

Die Miltonia ist in ihrer Heimat vor allem in höher gelegenen Bergregionen zu finden. Kein Wunder also, dass sie es nicht allzu warm mag. Am besten wächst sie, wenn du ihr im Sommer Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius bietest.

Höhere Temperaturen oder gar Hitze, wie jetzt im Hochsommer, verträgt die Miltonia – und auch die aus ihr als Multihybriden gezüchteten Miltoniopsis – dagegen gar nicht gut.

Im Winter dürfen es gerne noch ein paar Grad weniger sein. Da reichen dann 15 bis 18 Grad Celsius, damit sich deine Miltonia wohl fühlt. Prüfe also, ob du dieser Gattung die entsprechenden Bedingungen bieten kannst, bevor du sie zu dir nachhause holst.

Tipp: Im Sommer raus ins Freie

Bei der Luftfeuchte unterscheiden sich die Ansprüche der Miltonia und Miltoniopsis dagegen nicht von denen der meisten anderen Orchideen. Mit 60 bis 80 % relativer Luftfeuchte, die übrigens auch für uns Menschen sehr angenehm sind, bist du auf der sicheren Seite.

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Du hast im Sommer drinnen keine Möglichkeit, deiner Miltonia einen ausreichend kühlen Platz zu bieten? Dann ab mit ihr ins Freie.

Das geht in normalen Jahren ab Mai und bis mindestens Ende September. Biete ihr draußen einen halbschattigen Platz ohne direkte Sonne.

Viel Licht, keine direkte Sonne

Denn wie viele ihrer Verwandten braucht auch die Miltonia einen hellen Standort mit viel Licht, mag aber die direkte Sonne nicht.

Daher eignen sich auch für diese Gattung Ost- und Westfenster sehr gut. Auch ein helles Nordfenster kann gegebenenfalls ausreichen. Vorausgesetzt dabei immer, dass die Raumtemperatur stimmt.

Dass deine Miltonia zu viel Sonne bekommen hat zeigt sich an grüngelblichen bis rötlichen Verfärbungen auf den Blättern. In so einem Fall solltest du die Pflanze umstellen oder das Fenster schattieren. Einige Tipps zum Sonnenschutz habe ich dir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Eine Diva beim Gießen

Bevor du dir eine Miltonia auf die Fensterbank holst solltest du eins wissen: Pflegefehler beim Gießen gehen für sie gar nicht. Das Gießen ist sozusagen die Achillesferse der Miltoniapflege.

Die Krux: Das Substrat darf nie ganz austrocknen, aber gleichzeitig führt Staunässe schnell zur Fäulnis. Das gilt besonders bei niedrigen Temperaturen.

Die Lösung: Eine grobe Drainageschicht am Boden des Topfes zum Beispiel aus Blähton (Affiliate-Link*), Tonscherben oder Kieselsteinen. So kann das überschüssige Wasser schnell und nahezu vollständig ablaufen.

Im Sommer kräftig, im Winter vorsichtig wässern

Damit die Orchidee nicht auf dem Trockenen sitzt wässerst du im Sommer kräftig und in der Regel mindestens einmal die Woche. Im Winter kannst du dich mit dem Gießen etwas zurückhalten und ab und an schauen, ob das Substrat noch ausreichend feucht ist.

Um den Wasserbedarf einzuschätzen hilft ein Trick: Hebe den Topf deiner Orchidee an. Ist er deutlich leichter geworden, ist das meiste Wasser verbraucht und es ist Zeit fürs nächste Wässern.

Besonders empfindlich reagiert deine Miltonia oder Miltoniopsis auf Wasser an den Neutrieben. Versuche also, diese wenn möglich nicht direkt mit Wasser zu begießen, da sie sonst faulen können.

Miltonia niemals im Sommer umtopfen

Wenn du schon länger auf meinem Blog liest dann weißt du, dass ich generell sage, eine Orchidee lässt sich zu jeder Zeit umtopfen. Bei der Miltonia mache ich da allerdings eine Ausnahme. Hier solltest du es tatsächlich vermeiden, sie im Sommer umzutopfen.

Denn wie du dir vielleicht schon denken kannst ist deine Miltonia von der Sommerhitze schon so gestresst, dass du ihr den Stress des Umtopfens nicht noch zusätzlich aufbürden solltest.

Idealerweise topfst du sie daher mit Beginn des Wachstums um. Der liegt meist im Herbst. Achte beim Einsetzen in das neue Orchideensubstrat darauf, dass du unten wieder eine Drainageschicht einbaust und die Triebe oben nicht zu tief in das Substrat setzt. So verringerst du die Gefahr, dass sie durch das Gießwasser faulen.

Wenig Dünger und eine Ruhezeit bis zur Blüte

Du kannst deine Miltonia sobald sie anfängt Neutriebe zu bilden etwa alle drei bis vier Wochen mit speziellem Orchideendünger (Affiliate-Link*)versorgen. Diesen gibst du einfach in geringer Konzentration mit ins Gießwasser.

Da die Wurzeln deiner Miltonia sehr salzempfindlich sind, ist es ratsam, den Dünger nur halb so hoch zu dosieren, als auf der Packung angegeben. Steht dort beispielsweise, dass du 5 Milliliter auf einen Liter zugeben sollst, nimmst du nur 2,5 Milliliter auf einen Liter.

Ist deine Orchidee mit dem Basteln an Neutrieben fertig kannst du sie etwas trockener halten. Und nach einigen Wochen belohnt dich deine Miltonia dann hoffentlich mit ihren schönen Blüten. Die Hauptblütezeit dieser Gattung liegt übrigens im Frühjahr und Herbst.

Im Winter kannst du den Dünger komplett weglassen und erst wieder damit beginnen, wenn sich das erste Blatt- oder Wurzelwachstum zeigt.

Hilfe, die Blätter sehen aus wie eine Ziehharmonika?!

Wachsen die neuen Blätter deiner Miltonia knittrig und gefaltet wie eine Ziehharmonika nach? Damit möchte sie dich auf Pflegefehler aufmerksam machen. Weicht ihre Pflege von den Idealbedingungen ab, führt das immer wieder zu kleinen Wachstumspausen. Und genau die führen zu den knittrigen Blättern.

Einzige Lösung: Die Kulturbedingungen optimieren. Hat das Zimmer in dem die Pflanze steht die richtige Temperatur? Passt du mit dem Wässern auf, so dass die Orchidee nie ganz austrocknet aber auch nicht fault? Ist die Luftfeuchte hoch genug?

All das gilt es nun zu überprüfen und dich Stück für Stück dem Optimum anzunähern. Hybriden, also Kreuzungen aus zwei oder mehreren verschiedenen Arten der Gattung, sind übrigens in der Regel deutlich robuster und weniger divenhaft als Naturformen.

Sonderfall Miltoniopsis?

Ihre Blüten sind deutlich größer als die der Miltonia und erinnern stark an Stiefmütterchen. Deshalb wird die Miltoniopsis oft auch als Stiefmütterchen-Orchidee bezeichnet.

Sie ist eine durch mehrfache Kreuzung und auf genau diese Eigenschaften ausgerichtete Züchtung – große, auffällige Blüten – entstandene Multihybride. Zu finden sind Miltoniopsis am häufigsten in Supermärkten und den Gartenabteilungen von Baumärkten.

In der Pflege unterscheidet sie sich in der Regel nicht von den Ansprüchen der Miltonia, so dass die oben genannten Tipps und Rahmenbedingungen auch für die Miltoniopsis gelten.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Tipps bei der Pflege deiner Miltonia und Miltoniopsis weiterhelfen und wünsche dir nun viel Freude mit dieser Gattung!

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2 Kommentare

  1. Hi,
    finde deinen Blog super und sehr sehr informativ. Sag mal hast du auch einen Eintrag über eine Cybidium? 🙂
    Habe zwei Exemplare zuhause stehen und bin mir nicht so sicher, ob ich mit den beiden alles richtige mache :/ Leider finde ich, dass man über diese Art im Internet viel zu wenig findet…

    1. Hallo und vielen Dank für deinen Kommentar! Schau mal hier: Cymbidium Orchideen pflegen. 🙂
      Wenn du noch Fragen hast melde dich gerne wieder hier.

      Viele Grüße und viel Freude mit deinen Cymbidien
      Jessica

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