Sonnenbrand bei Orchideen: Tipps zum Sonnenschutz

Sonnenbrand bei uns Menschen kennt man. Dass auch Orchideen einen Sonnenbrand bekommen können ist jedoch weitaus weniger bekannt. Da man hier nicht auf die altbewährte Sonnenmilch zurückgreifen kann möchte ich in diesem Beitrag Tipps geben, wie sich Sonnenbrand auf Orchideenblättern vermeiden lässt.

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Die richtige Fensterwahl

Die einfachste Methode, Sonnebrand an Orchideen vorzubeugen ist die Pflanzen erst gar nicht der direkten (Mittags)Sonne auszusetzen. Im Sommer ist die Sonne auch in unseren Breiten recht agressiv. Wenn möglich sollte man seine Orchideen also an ein Fenster stellen, an dem sie im Sommer nur die frühe Morgen- und/oder die späte Abendsonne abkriegen. Das mögen die Orchideen gerne und hier besteht dann auch kaum Gefahr, einen Sonnenbrand zu riskieren.

Im Winter, wenn die Sonne weniger kräftig vom Himmel strahlt, ist ein etwas ausgedehnteres Sonnenbad am Morgen und am Abend möglich. Aber Vorsicht: Auch im Winter hat die Sonne mehr Power, als man gemeinhin meint und man sollte es mit der Sonne für die Orchideen nicht übertreiben.

Spätestens ab März oder April ist auf jeden Fall Vorsicht geboten. Ich spreche da aus eigener Erfahrung, da ich einmal die Sonne Ende März gnadenlos unterschätzt habe. Das Ergebnis waren fiese Verbrennungen an einigen meiner Orchideen-Jungpflanzen. Nicht schön.

Schattierungshilfen – Viele Wege führen zum Ziel

Hat man aus logistischen Gründen oder einfach von der Ausrichtung der Fenster in der eigenen Wohnung her nicht die Möglichkeit, die Orchideen an ein sonnenarmes Fenster zu stellen, so kann man mit verschiedenen Utensilien Abhilfe schaffen. Eine Variante sind Klebefolien, die man direkt auf die Fensterscheiben klebt. Es gibt sie fest haftend oder auch wieder ablösbar. Hier eignen sich Folien in Milchglasoptik ganz gut. Sie lassen einen Teil des Sonnenlichtes durch – schattieren die Fenster also nicht vollständig. Natürlich ändert sich durch die Folien aber auch die Optik des Fensters und man selber kann nicht mehr wirklich gut aus dem Fenster schauen. Man muss überlegen, ob man diesen Preis zahlen möchte, denn die Folien lassen sich nicht mal eben ablösen und wieder anbringen.

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Plissees als flexible Alternative

Wer eine etwas flexiblere Variante der Beschattung haben möchte, für den könnten Plissees das Mittel der Wahl sein. Das sind variabel nach oben und unten verstellbare Schiebevorhänge die man in den Fensterrahmen schraubt oder klemmt. Hier kann man durch einfache Handgriffe die Schattierung der Fenster variieren. Auch Plissees lassen noch Licht durch und beschatten nicht vollständig. Das mag die Orchidee, da zwar die direkte Sonne für sie eine Gefahr darstellt, sie aber durchaus weiterhin ausreichend Licht bekommen möchte, um zu wachsen. Plissees sind allerdings eine nicht ganz günstige Alternative und je nachdem, wie viele und wie gr0ße Fenster man mit ihnen ausstatten möchte, kann das schon mal das Budget sprengen.

Rollläden nur eingeschränkt empfehlenswert

Weitaus weniger flexibel sind Rollläden, die sich meines Erachtens nur mit Zeitschaltuhr – oder wenn ständig jemand zuhause ist um die Rollläden nach Bedarf hoch und runter zu bewegen – zum Beschatten von Orchideenfenstern eignen. Das Problem ist hier, dass Rolläden meist für eine komplette Beschattung sorgen und nur noch wenig bis gar kein Licht mehr durchlassen. Die Orchidee steht also den ganzen Tag über mehr oder weniger im Dunkeln. Es ist fraglich, ob sie so noch genug Licht bekommt, um ihre Stoffwechselvorgänge effektiv aufrecht zu erhalten. Vor allem während einer längeren Schönwetter-Phase mit andauerndem Sonnenschein stelle ich mir das eher ungünstig vor. Nichtsdestotrotz natürlich immer noch besser, als die Orchideenblätter verbrennen zu lassen.

Meine erste Wahl: Sonnenschutzblenden

Ich persönlich hatte bisher Zuhause das Glück, ohne spezielle Schattierungsvorkehrungen auszukommen, da meine Fenster den Orchideen genau die richtige Dosis an direkter Sonne bieten. Anders in meinem Büro, in dem eines Märzes besagte Jungpflanzen verbrannt sind. Hier musste eine Lösung her, die gleich mehreren Ansprüchen genügt: 1. Durfte es nichts sein, dass dauerhaft befestigt werden muss. 2. Musste es etwas sein, dass zum Fenster putzen schnell abgenommen und danach auch schnell wieder angebracht werden kann. 3. Sollte es sich preislich im Rahmen halten.

Nach einiger Recherche bin ich darauf gekommen, dass Sonnenschutzblenden, wie man sie fürs Auto kennt, sich gut eignen könnten. Ich habe unter anderem diese selbsthaftende Sonnenblende von Verano* im Einsatz. Sie lässt sich ganz einfach und ohne Saugnäpfe am Fenster befestigen und auch wieder ablösen. Ich habe diese Variante nun seit mehreren Sommern in Gebrauch und muss sagen, dass es wirklich gut klappt und für mich für diesen Zweck die ideale Lösung ist. Im Winter verstaue ich die Sonnenschutzblenden einfach im Schrank und spätestens Anfang März – man lernt ja dazu – kommen sie wieder an die Fenster. So konnte ich einem erneuten Sonnenbrand bisher prima vorbeugen.

Wenn es doch einmal passiert

Trotz aller Vorsicht kann es natürlich dennoch passieren, dass sich eine Orchidee einen Sonnenbrand einfängt. Das Beruhigende vorweg: Die Orchidee wird es in den allermeisten Fällen überleben. Es ist allerdings so, dass das verbrannte Blatt sich nicht wieder erholt. Die Brandmale sind also sichtbar, bis das Blatt aus Altersgründen das Zeitliche segnet. Auch wenn das vielleicht ein optischer Mangel ist sollte man das Blatt nicht abschneiden. Hier besteht erstens Infektionsgefahr und zweitens können die noch grünen Teile des Blattes weiter Photosynthese betreiben und die Pflanze versorgen.

Man erkennt einen herannahenden Sonnebrand auf den Blättern übrigens unter anderem daran, dass das Blatt sich gelblich verfärbt. Das ist meist bereits ein Anzeichen für zu viel Sonne. Spätestens jetzt sollte man handeln und das Fenster schattieren oder die Orchidee an ein geeigneteres Fenster umstellen.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Tipps gegen Sonnenbrand bei Orchideen weiterhelfen. Berichtet mir gerne, wie ihr das macht mit dem Sonnenschutz und welche Tricks ihr gegen Sonnenbrand auf Lager habt!

Dieser Beitrag ist unter dem Titel „Sonnenschutz für Orchideen“ in ähnlicher Form ebenfalls erschienen auf dem für Hobbygärtner sehr empfehlenswerten Blog „Diese Rombergs„.

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5 Kommentare

  1. Gerade für Orchideen, die in vielen Haushalten ja ständig am Fenster stehen bieten Plissees einen guten Sonnenschutz. So hat man die Möglichkeit den Raum nur halb zu verdunkeln.
    Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel.

  2. Liebe Orchideenfreunde!

    Nach einem Umzug habe ich mit meinen gelieben Orchideen, die immerzu blühten und ich schon als Spezialistin galt 😉 arg gelitten. Die Fensterverhältnisse sind hier nicht ideal und erstmals vebrannten mir Blätter, wurden lasch usw., was ich nie kannte. Ich nehme nun ein DIN4 Papier (weiß) und stelle dieses direkt hinter die Orchidee ans Fenster, so dass genügend Licht, jedoch keine direkte Sonneneinstrahlung entsteht. Hat man mehrere Orchideen nebeneinander stehen (wie es bei mir der Fall ist), einfach nebeneinander die Papierbögen hochkant stellen. Das ist billiger als jedes Rollo oder sonst eine teure Verblendung.

    Ein Freund von mir düngt seine Orchideen enetgegen jeden Rates das ganze Jahr hindurch jede Woche per Untertauchen mit dem Substrat und ich kann nur so staunen, wie einmalig sie blühen und sogar an mehreren Trieben. Auch Orchideen scheinen nicht alle gleich zu regieren – wie wir Menschen.

    Viel Glück mit der Königin der Blumen, ich liebe sie.

    Herzlichen Gruß

    Konstanze

    • Hallo Konstanze, vielen Dank für deinen Kommentar und die Anregung mit den Blättern als Schattenspender. Das ist eine gute, einfache und günstige Idee. Was das Düngen das ganze Jahr über angeht, das kann man bei einigen Orchideen wie beispielsweise Phalaenopsis-Hybriden gerne machen. Weißt du, welche Orchideen dein Freund hat? Viele Grüße Jessica

    • Hallo Boris, vielen Dank für deinen Kommentar. Und wie bekommen die Orchideen dann Licht? Gibt es da ein passendes System? Viele Grüße Jessica

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