So findest du das ideale Orchideenfenster

Nie Ohne Seife Waschen, Finger hoch, wer sich die Himmelsrichtungen als Kind auch so gemerkt hat? Ehrlich gesagt, ich merke sie mir immer noch so :-D.

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Ja gut, aber was hat das mit meinen Orchideen zu tun, fragst du dich jetzt vielleicht. Ganz schön viel! Denn das Fenster, an dem deine Orchidee steht, kann über Gedeih und Verderb bei der Orchideenkultur entscheiden.

Lichtmangel im Winter, Sonnenbrandgefahr im Sommer

In unseren Breitengraden herrscht nämlich im Winter Lichtmangel. Und ab dem Frühjahr, wenn die Sonne dann wieder heftiger scheint, reagieren deine Orchideen empfindlich auf direkte Sonne.

So kann es in der helleren Jahreszeit schnell mal zu Sonnenbrand kommen. Eben weil die Orchideen die Sonne durch den langen Winter nicht gewöhnt sind. Deshalb ist der richtige Fensterplatz für deine Orchideen so wichtig.

In meinem Beitrag verrate ich dir deshalb heute, welche Himmelsrichtung für dein Orchideenfenster optimal ist und warum “Nie” und “Seife” schlechter abschneiden als “Ohne” und “Waschen”.

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Sind Nordfenster für Orchideen geeignet?

Du hast deine Orchidee an einem Nordfenster stehen und wunderst dich vielleicht, warum sie einfach nicht blühen mag? Der Grund könnte zu wenig Licht sein.

Denn Orchideen sind in der Regel sehr lichthungrige Pflanzen. Und an einem Nordfenster kommt einfach zu wenig Licht an. Da hilft dann auch eine gute Pflege mit ausreichend Dünger* und Co nicht weiter.

Neben “Nie ohne Seife waschen” kennst du vielleicht auch den Merksatz “Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen geht sie unter”. Fällt dir etwas auf? Richtig, der Norden kommt in dieser Aufzählung gar nicht erst vor. Denn hier scheint die Sonne nie direkt hinein.

Eine Ausnahme können frei stehende Nordfenster sein, die nicht eingelassen sind und über die kein Dach hervorragt. Denn dort kommt gegebenenfalls morgens oder abends noch ein wenig mehr Licht an.

Hast du keine andere Möglichkeit, als deine Orchideen an ein Nordfenster zu stellen, kannst du über den Einsatz von künstlichem Pflanzenlicht* nachdenken.

Ein Platz am Ostfenster

Das Ostfenster hat gegenüber dem Nordfenster einen entscheidenden Vorteil. Denn wir erinnern uns “Im Osten geht die Sonne auf…”. Deine Orchideen können an einem nach Osten ausgerichteten Fenster die angenehme Morgensonne tanken.

Die ist in der Regel sanft und wärmt den Raum und deine Orchideen leicht, ohne sie zu überhitzen. Die Lichtausbeute an einem Ostfenster ist ausreichend, um der Orchidee genug Energie zum Wachsen und Blühen zu liefern.

Der große Pluspunkt: Du musst das Ostfenster für deine Orchideen nicht schattieren, da die Sonne weiter wandert und es zur heißen Mittagszeit an diesem Fenster schön schattig ist. Daher benötigst du hier keine Plissees* oder andere Schattierungshilfen.

Für eine üppige Blüte benötigt deine Orchidee genug Energie. Da sie die aus dem Licht zieht, sind helle Fenster das A und O.

Deine Orchidee am Südfenster

Keine Frage: An einem nach Süden ausgerichteten Fenster bekommt deine Orchidee mit Abstand das meiste Licht. Großer Nachteil: Deine Orchidee verträgt keine direkte Sonne.

Nicht nur, dass es ihr zu heiß wird. Sie bekommt bei direkter Mittagssonne auch schnell einen Sonnenbrand. Das gilt vor allem im Sommer, aber auch im Frühjahr und Herbst kann die Sonne schon ordentlich Kraft haben. Nur im Winter kann ein Südfenster eventuell eine temporäre Option sein.

Wenn du nur Südfenster hast kannst du diese für deine Orchideen nutzbar machen, indem du sie von etwa März bis Oktober schattierst. Das geht mit Rollos*, Plissees* oder als kostengünstige Variante mit einem Sonnenschutz fürs Auto*.

Eine Fensterbank am Westfenster

Wie auch das Ostfenster ist das Westfenster eine gute Partie für deine Orchidee. Denn hier bekommt sie die volle Abendsonne ab, die ebenso sanft und weniger heiß ist wie die Morgensonne.

Deine Orchidee bekommt an einem Fenster mit Westausrichtung also ebenfalls genug Licht, ohne dass es ihr hier zu heiß wird. Es ist daher zusammen mit dem Ostfenster für die meisten Orchideen am besten geeignet.

Wie messe ich die Lichtausbeute?

Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Fenster genug Licht für deine Orchidee hineinlässt, kannst du dir auch ein Lichtmessgerät, ein so genanntes Luxmeter*, zulegen. Mit diesem kannst du ganz einfach messen, wieviel Licht bei deiner Orchidee ankommt.

Mit einem Luxmeter kannst du die Lichtausbeute an deinem Orchideenfenster leicht und schnell bestimmen.*

Damit deine Orchidee überhaupt gut wachsen kann, sind je nach Orchideenart mindestens 1.500 Lux notwendig, besser mehr. Phalaenopsis betreiben eine optimale Photosynthese, also Energiegewinnung zum Wachstum, erfahrungsgemäß erst bei Werten um die 10.000 Lux.

Das ist auch ein Grund, warum es auf der eigenen Fensterbank schwierig sein kann, so tolle Blühergebnisse zu erzielen wie bei zum Kauf angebotenen Orchideen. Denn diese werden bei ihrer Anzucht meist optimal mit (Kunst)Licht versorgt.

Darf ich die Orchidee zwischendurch umstellen?

Orchideen sind Gewohnheitspflanzen. Haben sie sich an einem Platz eingerichtet, möchten sie gerne auch dort bleiben. Sie mögen es nicht, andauernd umgestellt zu werden. Erst recht nicht täglich.

Wenn du deine Orchidee aber einmal im Jahr, zum Beispiel zum Winter hin, an ein helleres Fenster mit Wintersonne stellst und dann im frühen Frühjahr wieder zurück, wird ihr das aber nichts ausmachen.

Fazit: Wenn du die Möglichkeit hast, dann stelle deine Orchideen an ein Ost- oder Westfenster. Falls du ihnen nur ein Nord- oder Südfenster bieten kannst, kannst du mit künstlichem Pflanzenlicht oder Schattierung nachhelfen.

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6 Kommentare

  1. Hallo, Jessica! Danke für den informativen Beitrag!
    Was würdest du bei Zwischenrichtungen raten? Soll man etwas Spezielles tun, wenn die Fensterbank ungefähr oder genau in der Mitte zwischen einer günstigen und einer ungünstigen Richtung ist? Gibt es unter diesen Zwischenrichtungen welche, die sich besonders für Orchideen eignen oder muss man auch hier nachhelfen?

    LG
    Aga

    1. Liebe Aga,
      vielen Dank für deine Nachfrage. Den Aspekt habe ich in der Tat im Beitrag noch nicht behandelt, super also, dass du fragst.

      Je nachdem, wie die Fenster gestaltet sind, kommmen Südwest- und Südostfenster für die Orchideen auch gut in Frage. Du musst schauen, ob die Sonne erst so spät direkt auf die Orchideen trifft, dass sie nicht mehr allzu doll brennt und es nicht zu Sonnenbrand oder den Vorstufen davon wie heller werdende Blattstellen kommt. Dann eignen sich diese Zwischenrichtungen auch sehr gut für deine Orchideen, da in jedem Fall viel Licht ankommt.

      Genauso ist es bei Nordost- oder Nordwestfenstern. Hier solltest du schauen, ob die Lichtausbeute groß genug ist, also morgens bzw. abends genug Licht an das Fenster kommt, so dass es für deine Orchideen ausreicht. Dann kannn auch eine dieser Ausrichtungen für deine Orchideen ideal sein.

      Wie du siehst ist das also ein Stück weit auch immer eine individuelle Situation und Entscheidung, da jedes Haus und jedes Fenster andere Voraussetzungen bietet. So kann zum Beispiel auch ein Baum, der direkt vor dem Fenster steht, im Sommer für ausreichend Schatten sorgt, so dass die Orchideen auch an einem sonst sonnigeren Fenster stehen können.

      Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner Antwort weiterhelfen. Wenn du noch Fragen hast melde dich gerne.

      Viele Grüße
      Jessica

  2. Charlotte Gerhartl

    Ich habe eine Vanielleorchidee seit ca 2 Jahren, die sich prächtig entwickelt. Die Luftwurzeln sind teilweise mittlerweile mehr als 1 mt. lang. Kann ich sie kürzen??

    1. Hallo und vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ich bin generell kein Fan davon, an Orchideen irgendwelche lebenden und vitalen Pflanzenteile abzuschneiden. Siehe dazu auch mein Beitrag uim Thema Orchideen schneiden.

      Nun wird die Vanille ja insgesamt sehr ausladend und rankt sich überall fest. Vielleicht kannst du versuchen, die langen Luftwurzeln mit an die anderen Triebe zu binden, so dass sie nicht runter hängen und entsprechend weniger stören? Wäre doch schade drum, wenn sie sich gerade so prächtig entwickelt, das ist ja ein toller Kulturerfolg. Da würde ich persönlich jetzt nichts riskieren wollen ;-).

      Übrigens braucht Vanille wie viele andere Orchideen auch sehr viel Licht, aber verträgt in unseren Breitengraden die pralle Mittagssonne nicht so gut.

      Viele Grüße
      Jessica

  3. Unter den Orchideen gibt es einige denen direkte Sonne nichts anhaben würde. Das Dilemma ist nur, durch den Lichtmangel im Winter in unseren Breitengraden sind die Pflanzen empfindlicher wenn es auf den Sommer zugeht.

    1. Herzlichen Dank für den tollen Kommentar! Du hast natürlich vollkommen Recht. Ich habe den Text entsprechend um diese Info ergänzt :-).

      Vielen Dank und lieben Gruß
      Jessica

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