Vanda Orchideen pflegen

Heute möchte ich mich dem Thema Vanda Orchideen pflegen widmen. Und dies aus einem einfachen Grund: Ich habe mich nun selber erstmalig an die Pflege einer Vanda heran getraut. Bisher hat mich die überwiegend wurzelnackte Kultur – dazu weiter unten mehr – abgeschreckt.

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Nun bin ich aber auf ein neues Substrat gestoßen, welches bestens auch für Vanda und Verwandte geeignet sein soll. Dies werde ich in einem Beitrag meiner Substrattestserie näher vorstellen, der demnächst erscheint.

Nun aber erstmal zurück zum Thema Vanda Orchideen pflegen. Was brauchen diese Orchideen? Welche Besonderheiten zeichnet sie aus? Und wie pflegt man sie erfolgreich? Das alles erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Luftige Wurzeln sind das A und O

Wie kaum eine oder sogar keine andere Orchidee hat die Vanda das Bedürfnis nach luftigen Wurzeln. Bekommen ihre Wurzeln nicht ausreichend davon reagiert sie äußerst schnell mit Fäulnis. Deshalb wird die Vanda wie auch ihre Verwandten Ascocentrum und Co.  am liebsten ohne Substrat kultiviert. Diese Art der Kultur nennt man auch wurzelnackt.

Vanda Orchideen werden in der Regel wurzelnackt kulitiviert und deshalb auch ohne Topf verkauft.

Der Nachteil: Die Wurzeln trocknen entsprechend schnell aus. Das macht die Vanda zu einer pflegeintensiven Orchidee, da man die Wurzeln täglich mit Wasser besprühen muss. Bei hohen Temperaturen, etwa im Sommer, ist sogar mehrmaliges Ansprühen angesagt. Zusätzlich sollte man die Wurzeln etwa einmal in der Woche für eine gute halbe Stunde in einen Eimer mit Wasser tauchen.

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Vanda mögen eine hohe Luftfeuchte und mäßiges Düngen

Aber bitte auch wirklich nur die Wurzeln! Denn auf Wasser in den Blattachseln und im Herz reagiert die Vanda ebenfalls sehr schnell mit Fäulnis. Vor allem, wenn es über Nacht darin steht. Wenn möglich sollte man deshalb morgens Wässern. So kann Wasser, das versehentlich dorthin gerät, über den Tag wieder abtrocknen.

Aufgrund der wurzelnackten Kultur sind Vanda Orchideen natürlich auch auf eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen. Denn sonst trocknen die Wurzeln noch schneller aus. Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 90 Prozent.

Was das Düngen angeht reicht es, dem Sprühwasser im Sommer etwa alle ein bis zwei Wochen Dünger zuzugeben. Es sollte unbedingt spezieller Orchideendünger sein. Meist reicht die halbe Konzentration. Im Winter wachsen Vanda Orchideen nicht sonderlich, da ihnen das Licht fehlt. Deshalb reicht im Winter Dünger etwa alle drei bis vier Wochen.

Warme Temperaturen und viel Licht

Vanda Orchideen und ihre Verwandten mögen es warm. Im Sommer sind Temperaturen um die 25 bis 30 Grad Celsius optimal. Im Winter reichen Temperaturen von 17 bis 22 Grad Celsius aus, notfalls werden auch etwas niedrigere Temperaturen vertragen.

Wenn möglich sollte man der Vanda im Sommer einen sehr hellen Platz draußen an der frischen Luft gönnen. Im Hochsommer sollte der Platz schattiert sein. Im Früh- und Spätsommer wird aber auch direktes Sonnenlicht gut vertragen.

Wer solch eine Blütenpracht bei seiner Vanda erleben will muss unbedingt für viel Licht sorgen.

Auch wenn man sie ausschließlich drinnen kultiviert sollte man darauf achten, dass die Vanda ganz viel Licht bekommt. Denn die Rechnung ist einfach: zu wenig Licht = keine Blüten. Hauptblütezeit der Vanda ist übrigens das Frühjahr und der Herbst. Viele Züchtungen und Hybriden blühen aber auch das restliche Jahr über.

Wenn der Winter langsam in den Frühling übergeht sollte man die Vanda langsam wieder an das vermehrte Sonnenlicht gewöhnen. Denn sonst können sich auch die Blätter der Vanda einen Sonnenbrand einfangen.

Vanda Orchideen pflegen in Spezial-Substrat

Wer sich die Kulturansprüche durchliest wird vielleicht – wie ich – erst einmal abgeschreckt sein. Vor allem das tägliche Besprühen ist für mich eine große Herausforderung. Was, wenn man mal ein oder zwei Tage nicht da ist? Oder im Sommer in den Urlaub fahren möchte? Die Vanda mitnehmen ist wohl keine Option. Und einen Nachbarn zu finden der wirklich jeden Tag sprühen kommt? Naja…

Dann erfuhr ich im Orchideengarten Karge, dass sie dort eine Epiphyten-Susbtratmischung entwickelt und auch schon einige Zeit erfolgreich getestet haben. Die Idee, die Vanda in Substrat kultivieren zu können überzeugte mich. Und so zog vergangene Woche eine Vanda miniatum Hybride zusammen mit einem Beutel Epiphyten-Substrat bei mir ein.

Meine neue Vanda miniatum Hybride für den Epiphyten-Substrattest.

Nun bin ich bisher noch nicht dazu gekommen, die Vanda in das Substrat einzutopfen. Ich werde euch aber wenn es so weit ist quasi live daran teilhaben lassen und ihr findet dann einen ausführlichen Bericht in meiner neuen Substrattestserie. Natürlich werde ich euch regelmäßig Updates geben, wie die Kultur im Substrat funktioniert. Ich bin selber schon sehr gespannt!

3 Kommentare

  1. Hab ebenfalls 2 Vandeen in Orchitop. Allerdings mit groben 8-16 Colomi. Hierdrin befinden sie sich nun seit 4-6 Monaten. Die größere hat angefangen ein neues Blatt zu bilden, aber leider gefiel ihr die Umstellung zur dunkleren Jahreszeit nicht, sodass das neue Blatt stagnierte. Ich hab deswegen von Venso ein Kunstlicht hingestellt. Die kleinere Vanda bastelt gerade an neuen Wurzeln. Die braucht sie aber auch, da ich mit der verdammten Heizung die armen ziemlich gequält habe.
    Abmildern mit Holzbretter brachte hier leider nichts. Sämtliche Wurzeln außerhalb des Orchitops fanden wegen der verdammten Heizung an trocken zu werden.Nun stehen sie kühler und ohne Heizkörper im Umfeld.

  2. Die allermeisten Vandeen habe ich aus den Körbchen „befreit“ und an einen Kunsstoffumantelten Draht befestigt. Die Ascoc. usw. werden in einem transparenten Topf kultiviert, der auch seitlich mit Löchern versehen ist. Ich nehme ausschließlich grobe Pinienrinde. Gedüngt wird sehr, sehr selten. Im Winter, d.h. von Ende Oktober bis Anfang Mai wird nur pro Tag eimal warm vernebelt. Ab Mai zweimal täglich.

    • Hallo Hans,

      danke für deinen Kommentar. Das klingt doch prima. Hast du Blüherfolge? Das ist ja immer der beste Indikator, ob es den Pflanzen gefällt :-). Es sei denn sie blühen aus Verzweiflung :-D.

      Liebe Grüße
      Jessica

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