Orchideen: Die 5 häufigsten Fragen – und Antworten

Auf der Orchideenfans Facebookseite und hier auf dem Blog erreichen mich täglich eure Fragen zu Orchideen. Die fünf häufigsten Fragen und meine Antworten darauf habe ich für euch in diesem Blogbeitrag zusammengefasst.

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1. Die Blätter meiner Orchidee sind schlaff und schrumpelig. Bekommt sie zu wenig Wasser?

Dies ist die mit Abstand am häufigsten gestellte Frage auf meiner Orchideenfans Facebookseite und dem Orchideenfans Blog. Viele Orchideenbesitzer bemerken eine Weile nach dem Kauf, dass die Blätter der Orchideen sich unschön verändern. Sie werden labbrig, schrumpelig, kriegen Furchen und hängen einfach nur noch schlaff an der Pflanze herunter. Die Krux: Das kann sowohl durch zu wenig Wasser als auch durch zu viel Wasser passieren. Ich würde behaupten, dass die zweite Variante die deutlich häufigere ist.

Herausfinden kann man es ganz einfach, indem man sich die Wurzeln anschaut. Sehen sie ausgetrocknet aus und sind bräunlich – ausser beispielsweise bei Frauenschuhen, da sind die Wurzeln von Natur aus braun – dann hat die Orchidee zu wenig Wasser bekommen. Sind sie dagegen total feucht und sehen matschig aus und riechen vielleicht sogar gammelig, dann ist das ein Fall von Orchideentod durch Ertrinken. In diesem Fall empfehle ich, die Orchidee auszutopfen, abgestorbene Wurzeln zu entfernen und sie dann in frisches Substrat zu setzen und erst einmal eine Weile nicht zu wässern. Erst wenn der Topf ganz ganz leicht ist und wirklich kein Rest Wasser mehr zu sehen ist kann die Orchidee wieder getaucht werden. Wichtig ist, sie nach dem Tauchen immer so gut abtropfen zu lassen, dass kein Wasser im Übertopf zurück bleibt.

Im Fall von zu wenig Wasser sollte es reichen, die Orchidee sofort und für etwa eine halbe Stunde mit den Wurzeln ins Wasserbad zu stellen, damit sie sich einmal richtig vollsaugen kann. In Zukunft dann ab und an den Topf anheben. Wenn der wieder ganz leicht geworden ist zum nächsten Wässern ansetzen. Orchideen, deren Blätter noch nicht übermäßig geschädigt waren, erholen sich nach dem Beseitigen der Kulturfehler meist wieder ganz gut. Also nur Mut und nicht gleich verzweifelt die Mülltonne aufklappen.

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2. Meine Orchidee blüht seit mehreren Monaten nicht mehr. Was mache ich falsch?

Oft melden sich verzweifelte Orchideenfans bei mir, deren Orchideen schon einige Zeit nicht mehr blühen möchten. Wenn ich dann nachfrage, wie lange die Orchidee nicht mehr geblüht hat, bekomme ich oft „mehrere Monate“ als Antwort. Bei dieser Antwort kann ich euch aber beruhigen. Die wenigsten Orchideen sind Dauerblüher und blühen in einem durch. Ein Beispiel wäre der Frauenschuh Paphiopedilum Pinnochio, ein so genannter Revolverblüher, der eine Blüte nach der anderen schiebt. Auch hochgezüchtete Phalaenopsis Orchideen können einen Blütentrieb nach dem anderen bilden. Aber viele ihrer Artgenossen gönnen sich nach der letzten Blüte eine mehrmonatige Pause und halten sich eventuell sogar an die ihnen zugesagten Hauptblütezeiten.

Man muss sich also noch keine Sorgen machen, wenn es mal ein paar Monate oder auch fast ein Jahr dauert, bis sich ein neuer Blütentrieb zeigt. Natürlich kann es aber auch an suboptimalen Kulturbedingungen liegen, wenn die Orchidee in Sachen Blüte streikt. Dann sollte man zunächst versuche, es der Orchidee so angenehm und ihren Ansprüchen gerecht zu machen wie möglich. Wenn das nicht hilft kann auch mal eine radikale Maßnahme helfen. Bei Phalaenopsis wäre das beispielsweise, die Orchidee für ein paar Wochen in einen kühleren, aber trotztdem hellen Raum zu stellen. Das hat schon so manche ihrer Art zum Blühen angeregt.

3. Meine Orchidee verliert ihre grünen Blätter. Woran kann das liegen?

Wenn Orchideen ihre grünen Blätter einfach abwerfen, ist das kein gutes Zeichen. Seltener sind Infektionen mit Bakterien oder Viren Schuld daran. Weitaus häufiger hat das Abwerfen einen ganz anderen Grund: Stammfäule. Die tritt besonders bei Phalaenopsis – Orchideen gerne auf. Stammfäule entwickelt sich dadurch, dass Wasser in den Blattachseln stehen bleibt, also an den Stellen, an denen die Blätter am Stamm festgewachsen sind. Wirft die Orchidee ihre ersten Blätter ab ist es oft schon zu spät und die Pflanze ist nicht mehr zu retten. Denn meist ist der Stamm schon komplett von der Fäule betroffen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Pflanze blätterlos ist. Wenn man Geduld hat kann man die Orchidee trotzdem weiter kultivieren und hoffen, dass sie Ableger bildet. Manche Phalaenopsis-Orchideen neigen mehr dazu, andere weniger. Aber einen Versuch ist es wert.

4. Meine Orchidee hat weiße Punkte auf den Blättern, die wie Watte aussehen. Was ist das?

Weiße, wattige Flecken auf den Blättern von Orchideen sind ein Hinweis darauf, dass sich die Pflanze Wollläuse eingefangen hat. Diese Schädlinge, die auch Schmierläuse genannt werden, sind die mit am häufigsten auftretenden Plagegeister an Orchideen. Zum Glück sind sie etwa im Vergleich zu Spinnmilben um einiges besser zu behandeln und oft kann man Orchideen trotz Befalls mit Wollläusen retten.

Wichtig ist, die befallene Pflanze sofort von anderen Pflanzen zu trennen. Bevor man die chemische Keule ansetzt sollte man probieren, die kleinen Tierchen mit Wasser von der Orchidee abzubrausen. Hartnäckigen Zeitgenossen, die sich auch gerne in den Blattachseln oder Blütenknospen verstecken, kann man mit Wattestäbchen zu Leibe rücken. Ist der Blütentrieb befallen würde ich ihn sicherheitshalber sofort entfernen. Das ist zwar schade, aber die Maßnahme schadet der Pflanze nicht und man hat damit einen Infektionsherd komplett eliminiert. Hat man die Wollläuse vermeintlich alle entfernt kann man die Pflanze in den nächsten ein bis zwei Tagen beobachten. Wahrscheinlich kommen aus irgendwelchen Ecken dann doch noch Tierchen zum Vorschein.

Ein Mittel, mit dem ich bei Wolllausbefall gute Erfahrungen gemacht habe, ist Neem Öl. Dieses pflanzliche Insektizid hat deutlich weniger bis keine Nebenwirkungen und wirkt trotzdem sehr gut. Bei Wolllausbefall tauche ich die betroffene Orchidee in einer Mischung aus Wasser und Neem Öl. Und zwar die gesamte Pflanze, mit Blättern und Wurzeln. Das Ganze wiederhole ich dann mit einem Abstand von 10 bis 14 Tagen noch einmal. Bisher hat es fast immer funktioniert und die Pflanze war nach der zweiten Behandlung frei von Wollläusen.

5. Auf den Blättern oder Knospen der Orchidee bilden sich kleine, klebrige Tröpfchen. Muss ich mir Sorgen machen?

Nein! Diese Tröpfchen nennt man Guttationstropfen und sie bestehen im Wesentlichen aus Zucker. Das erklärt auch, warum sie sich so klebrig anfühlen. Warum Orchideen diese Tröpfchen ausscheiden ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Man nimmt allerdings an, dass ein hoher Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht sie dazu anregen könnte. Und es gibt Arten und Kreuzungen, die deutlich mehr dazu neigen als andere. Gefährlich sind die Tropfen aber nicht und man muss sie auch nicht zwangsweise entfernen.

Habt ihr weitere Fragen zu euren Orchideen? Dann zögert nicht und schreibt einen Kommentar unter diesen Beitrag.

Der Beitrag ist unter dem Titel Die 5 häufigsten Fragen und Antworten zu Orchideen in ähnlicher Form ebenfalls erschienen auf dem für Hobbygärtner sehr empfehlenswerten Blog Diese Rombergs.

4 Kommentare

  1. Hallo Jessica
    Könntest Du mir bitte eine Pflegeanleitung oder Haltungsanleitung für Psychopsis Mariposa senden ?
    Ich habe sie jetzt ein halbes Jahr und komme immer noch nicht mit Ihr zurecht.
    Man liest soviel unterschiedliche Pflegeberichte.

    Danke im Voraus!

    Gruß Peter

    • Hallo Peter, vielen Dank für deinen Kommentar. Leider habe ich solch eine Anleitung nicht zur Hand und kann dich deshalb erst mal auch nur an Google bzw. das www verweisen. Auf http://www.orchideenforum.de findet man in der Regel immer sehr gute Pflegeanleitungen. Viele Grüße Jessica

    • Hallo Maria, vielen Dank für deinen Kommentar. Das stimmt, indirekt war das mit dem großen Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht gemeint. Das stresst die Pflanzen und kann zur Ausscheidung der Tröpfchen führen. Viele Grüße Jessica

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