Paphiopedilum Pinocchio – blühend seit 2012

Ein wahrer Revolverblüher - Paphiopedilum Pinocchio

Abgeblühte Orchideen landen oft in der hintersten Ecke der Fensterbank oder schlimmstenfalls sogar in der Tonne. Doch ein schlauer Fuchs unter den Orchideen hat diesem Dilemma ein Schnippchen geschlagen. Sein Name ist Paphiopedilum Pinocchio. Diese Orchidee blüht – solange sie entsprechend ihren nicht gerade hohen Ansprüchen gepflegt und kultiviert wird, immer und immer weiter. So auch bei mir. Deshalb möchte ich meinem Paphiopedilum Picnocchio heute einen eigenen Beitrag widmen.

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Wie ich 2012 an mein Paphiopedilum Pinocchio kam

Wir schreiben das Jahr 2012. Ich kultiviere schon einige Jahre erfolgreich Phalaenopsis-Orchideen und die eine oder andere Dendrobium auf meiner Fensterbank. Meine Orchideenfans-Facebookseite ist gerade gestartet und ich bin auf der Suche nach neuen, interessanten Orchideen. Beim Stöbern in den Online-Shops der Orchideenhändler stoße ich auf eine Orchidee namens Paphiopedilum Pinocchio. Zuerst ist es der Name „Pinocchio“, der mich aufhorchen lässt. Den kleinen Knaben aus Holz kennt man aus der Kindheit, er ruft positive Erinnerungen in einem hervor. In der Beschreibung der Orchidee stoße ich auf das Wort Revolverblüher.

Paphiopedilum Pinocchio ist ein Revolverblüher – aber was bedeutet das?

Ein Revolverblüher, so finde ich heraus, ist eine Orchidee, an deren Blütentrieb eine Blüte nach der nächsten wächst und aufblüht. Ist also eine Blüte aufgeblüht, so wächst der Blütentrieb erst ein kleines Stückchen weiter und dann erscheint schon die nächste Knospe, die sich spätestens nach dem Verblühen der vorherigen Blüte in kurzer Zeit zu einer neuen Blüte öffnet. In dieser Art kann ein Revolverblüher wie Paphiopedilum Pinocchio über Monate oder sogar Jahre hinweg immer weiter blühen. Die Orchidee feuert wie ein Revolver eine Blüte nach der nächsten ab. Manchmal blühen auch zwei Blüten gleichzeitig. Das klingt sehr interessant. Auch optisch kann mich die Blüte überzeugen. Mit ihren schön verdrehten, wie ausgebreitete Arme aussehenden Petalen und der pink gefärbten und wie ein Kelch geformten Fahne ist sie wirklich ein Blickfang.

Seitenansicht der Blüte von Paphiopedilum Pinocchio. Die nächste Blüte des Revolverblühers steht bereits sichtbar in den Startlöchern.

Frontansicht der Blüte von Paphiopedilum Pinocchio. Ihre behaarten, gedrehten Petalen und die große, pink gefärbte Fahne sind schön und auffällig.

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Paphiopedilum Pinocchio hatte mich also auf ganzer Linie überzeugt und landete an diesem Tag im Jahr 2012 in meinem virtuellen Einkaufswagen. Zusammen mit einer paar Phalaenopsis-Orchideen, denn eine einzelne Orchidee bestellen lohnt ja nicht. 😉

Ein Paphiopedilum Pinocchio zieht bei mir ein

Einige Tage später kommt ein großes Paket bei mir an. Paphiopedilum Pinocchio ist mit dabei und hat sogar schon einen Blütentrieb mit einer Knospe, welche Freude. Die Orchidee sitzt in einem nicht durchsichtigen Topf. Die Wurzeln von Frauenschuhen, zu denen Paphiopedilum Pinocchio gehört, sind meist bräunlich und haben wenig bis kein Chlorophyll, so dass ein durchsichtiger Topf hier wenig Sinn macht. Das Orchideensubstrat im Topf ist relativ grob und dadurch schön luftig. Die Blätter von Paphiopedilum Pinocchio sind leicht behaart und einfarbig grün.

Mein Paphiopedilum Pinocchio bei der Ankunft

Eine schicke, gesund aussehende Pflanze. Man bekommt diese Hybride übrigens auch manchmal in gut sortierten Pflanzenmärkten zu kaufen. Bei Orchideenzüchtern ist sie meist zu haben.

Was braucht Paphiopedilum Pinocchio?

Auch heute sieht mein Paphiopedilum Pinocchio noch fit und gesund aus. Und das, obwohl es eine ziemliche Durststrecke hinter sich hat. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Einige Zeit haben meine Orchideen etwas seltener Wasser bekommen, da einfach zu viel drum herum los war und sie sich am wenigsten laut gemeldet und gemeckert haben. Aber auch vor dieser turbulenten Zeit war Paphiopedilum alles andere als anspruchsvoll. Nach meiner Erfahrung braucht diese Hybride:

  • einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung, nur Morgen- oder Abendsonne werden gut vertragen.
  • eine mittlere Temperatur um die 20 Grad Celcius.
  • im Vergleich zu beispielsweise Phalaenopsis-Orchideen gerne kalkhaltigeres Wasser.
  • erst wieder Wasser, wenn das Substrat komplett abegtrocknet und der Topf ganz leicht ist. Beim Wässern darauf achten, dass kein Wasser in der Mitte der Pflanze stehen bleibt.
  • alle zwei bis vier Wochen ein wenig Dünger im Gießwasser.
  • alle zwei bis drei Jahre eine Umtopf-Session in frisches, gröberes Orchideensubstrat.

Und das war es auch schon. Verspätet das nächste Wässern sich einmal etwas oder auch etwas länger hat das Auswirkungen auf die nächsten Knospen und Blüten. Diese werden dann, wie ich beobachtet habe, etwa kleiner. Zum anderen kann es passieren, dass, wenn eine Blüte verblüht ist, es ein wenig dauert bis die nächste Knospe ausgewachsen ist und aufblüht.

Wir schreiben das Jahr 2016: Mein Paphiopedilum Pinocchio blüht immer noch

Das ist aktuell hier der Fall, aber da eine nächste Knospe schon in den Startlöchern ist kann ich gut und gerne behaupten: Mein Paphiopedilum Pinocchio blüht ununterbrochen – seit 2012, also immerhin schon ganze vier Jahre. Mittlerweile sind sogar zwei Blütentriebe da. Dazu muss man wissen, dass Paphiopedilum Pinocchio zu den sympodial wachsenden Orchideen gehört. Das heisst, dass sie wachsen, indem sie neue Bulben an einer waagerecht unter dem Substrat wachsenden Sprossachse bilden. Sie wachsen also so gesehen nicht nach oben, sondern zur Seite. Oberirdisch erscheint dann ein neues paar Blätter, aus dem irgendwann noch mehr Blätter und schließlich ein Blütentrieb wächst.

Oben die ältere Bulbe von Paphiopedilum Pinocchio mit dem alten Blütentrieb. Die untere, jüngere Bulbe hat mittlerweile ebenfalls einen Blütentrieb gebildet.

Nach vier Jahren Paphiopedilum Pinocchio kann ich sagen, dass sich der Kauf damals sehr gelohnt hat. Mittlerweile ist die Orchidee eine meiner liebsten geworden und ich kann mich auch nach der ganzen Zeit und mittlerweile mehr als zwanzig erschienenen Blüten nicht an ihr satt sehen. Nicht umsonst ziert ein Bild einer ganzen Horde dieser Orchidee eine Seite meines Blogs. Dass sie dabei so pflegeleicht ist macht es umso schöner. Paphiopedilum Pinocchio – dich gebe ich nicht mehr her!

Dieser Beitrag ist in ähnlicher Form unter dem Titel Paphiopedilum Pinocchio – Blüten wie aus der Pistole geschossen ebenfalls erschienen auf dem für Hobbygärtner empfehlenswerten Blog Diese Rombergs.

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