Orchideenpflege im Jahreslauf: April

Der April ist da, heute fast schon sommerlich, und es geht weiter mit meiner Serie „Orchideenpflege im Jahreslauf“. Während die Wintermonate Januar und Februar noch von wenig Licht und kühlen Temperaturen geprägt waren und es im März erst langsam mit einem Mehr an Sonne und Licht vorwärts ging, steht der April nun schon deutlich im Zeichen des Frühlings. Was du deiner Orchidee in diesem Monat Gutes tun kannst erfährst du in diesem Beitrag.

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Hauptblütezeit und Hauptwachstumszeit

Auch wenn die meisten Orchideen ihre Hauptblütezeit im Herbst und Winter haben bestätigen einige Ausnahmen die Regel. So blühen etwa die Orchideen der Gattungen Ascocentrum, Miltonia, Phragmipedium und Vanda liebend gerne im Frühling. Wer eine Orchidee dieser Gattungen Zuhause hat kann sich wohlmöglich aktuell einfach nur an deren tollen Blüten erfreuen und muss in Sachen Umtopfen und Co. noch nicht aktiv werden.

Viele andere Orchideen haben allerdings ihre Hauptblütezeit gerade hinter sich gebracht und sind nun bereit für eine Schönheitskur. Das A und O ist dabei falls nicht schon im März oder erst vor Kurzem geschehen das Umtopfen in frisches Substrat, das man mit einer Maniküre und Pediküre verbinden kann. Dazu heißt es alte und verblühte Blütentriebe abschneiden, genauso wie nicht mehr intakte oder gar vertrocknete Wurzeln.

Vanda-Orchideen blühen bevorzugt um diese Jahreszeit.

Maniküre und Pediküre für deine Orchidee

An den Blättern der Orchidee und an intakten Wurzeln sollte man allerdings aus rein kosmetischen Grünen nicht herum schnippeln. Blätter wirft die Orchidee von selbst ab, sobald sie sie reif dafür hält. Überschüssige Luftwurzeln, die aus dem Topf heraus ragen, können einfach mit eingetopft werden. Dazu unbedingt spezielles Orchideensubstrat verwenden.

Besonders leicht geht das Umtopfen von der Hand, wenn du die Orchidee am Tag vorher gut wässerst. Nach dem Umtopfen unbedingt einige Tage mit dem Wässern pausieren, da sonst an den Schnittflächen Infektionsgefahr besteht. Eine detaillierte Anleitung zum Orchideen Umtopfen findest du hier.

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Sonnenpower im April

Im April steht die Sonne schon ziemlich hoch am Himmel und hat eine ganz schöne Kraft. Das hat der eine oder andere heute sicher bemerkt. Spätestens jetzt solltest du also darauf achten, dass deine Orchidee der Sonne höchstens noch in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden direkt ausgesetzt ist. Sonst droht Sonnenbrand. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zum Sonnenschutz.

Wenn du die Möglichkeit hast. kannst du deine Orchidee nun zum Beispiel auch einmal komplett umstellen. Etwa von einem für den Winter geeigneten Südfenster an ein für die sonnige Zeit geeignetes Ost- oder Westfenster. Vermeide es aber unbedingt, die Orchidee andauernd an einen neuen Standort zu verfrachten. Denn das mögen die meisten Exemplare nicht. Ein bis zwei Mal im Jahr macht es ihr aber nichts aus.

Hohe Luftfeuchte gegen Schädlinge und Co

Im Frühjahr kommt leider auch wieder so mancher Schädling in Fahrt. Besonders verheerend ist ein Befall mit roten Spinnmilben. Diese winzig kleinen und zunächst unscheinbaren Tierchen können in kürzester Zeit ganze Orchideenbestände vernichten und machen auch vor anderen Pflanzen nicht halt.

Um dem vorzubeugen gilt es, zuerst den Bestand im April genau zu kontrollieren. Holst du dir neue Orchideen oder andere Pflanzen ins Haus stelle sie unbedingt erst einmal getrennt von den anderen auf und beobachte einige Tage oder Wochen, ob sie wirklich schädlingsfrei sind. Sicher ist sicher!

Gegen Schädlinge im Allgemeinen hilft eine optimale Pflege der Orchideen. Denn gut gepflegte Orchideen, denen es an nichts fehlt, sind in der Regel auch robuster gegen einen Befall oder Krankheiten. Gegen die roten Spinnmilben im Besonderen hilft eine hohe Luftfeuchtigkeit. Für die solltest du also rund um deine Orchideen sorgen. Dazu kannst du deine Orchideen etwa auf Fensterbankschalen stellen, Wäsche im selben Raum trocknen oder die Orchideen morgens einmal besprühen.

Neue Pflanzen immer erst separat stellen und beobachten, um keine böse Schädlings-Überrsschung zu erleben.

Mehr Wasser und Nährstoffe

Wie auch schon im März kannst du im April die Dünger– und Wasßsergaben für deine Orchideen wieder erhöhen. Mitunter ist es im April schon richtig heiß. Da kann es schon mal sein, dass der Topf deiner Orchidee innerhalb weniger Tage wieder ganz leicht wird und es Zeit fürs nächste Wässern ist.

Beim Düngen solltest du nicht die Düngermenge pro Wassergabe erhöhen. Denn viele Orchideen haben Wurzeln, die empfindlich auf zu viel Salz reagieren. Die Wurzeln werden durch zu viel Dünger dann schnell dauerhaft geschädigt.

Stattdessen dem Wasser einfach einmal öfter etwas Orchideendünger zugeben, also beispielsweise statt bei jedem dritten Wässern bei jedem zweiten Wässern das Wasser mit Dünger anreichern. Dabei bitte unbedingt auf die Dosierungsempfehlungen achten und eher noch etwas weniger nehmen.

Gib deiner Orchidee im April generell wonach sie verlangt und lass sie nicht lange komplett durchgetrocknet ihr Dasein fristen. Denn das Wasser und die durch den Dünger in ihm enthaltenen Nährstoffe werden sofort in das Blatt- und Wurzelwachstum gesteckt und bieten bei vielen Orchideen die Grundlage für eine üppige Blüte im Herbst und Winter.

Mit diesen Tipps kommt deine Orchidee sicher gut durch den April. Und dann steht auch schon der nächste Frühlingsmonat, der schöne Mai, vor der Tür. Natürlich mit einem weiteren Beitrag aus der Reihe „Orchideenpflege im Jahreslauf“. Ich freue mich drauf!

Dieser Beitrag ist in ähnlicher Form erschienen auf dem für Hobbgärtner sehr empfehlenswerten Blog Diese Rombergs.

 

1 Kommentar

  1. Vielen Dank für die mich immer belehrenden Ratschläge im NL. Eine bescheidene Frage hätte ich zum Besprühen: Darf ich die ganze Pflanze, incl. Blüten besprühen?
    Herzlichen Dank für eine Info, mit liebem Gruss aus der Schweiz.

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