Regenwasser für Orchideen – Pro und Kontra

Oft liest man in Foren oder Ratgebern, dass Regenwasser zum Orchideen gießen ideal ist. Aber stimmt das wirklich so pauschal oder gibt es auch Einschränkungen? Ich habe mich für euch dem Thema gewidmet und stelle die Pros und Kontras gegenüber.

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Pro: Regenwasser hat von Natur aus einen geringen Salzgehalt

An ihren Naturstandorten genießen Orchideen den Luxus, mit reinem Regenwasser versorgt zu werden. In Regenwasser sind nur wenige Salze gelöst. Erst wenn das Wasser auf die Erde trifft und im Boden versickert nimmt es auf seinem Weg mehr und mehr Salze auf. Dieses Wasser, dass dann über Umwege aus unseren Wasserleitungen kommt, ist am Ende deutlich salzreicher.

Hierbei wird auch vom Kalkgehalt oder der Wasserhärte gesprochen. Je nach Region in der ihr lebt ist das Leitungswasser mehr oder weniger hart. Da die meisten Orchideen, so auch die beliebte Phalaenopsis, weiches, also eher salzarmes Wasser bevorzugen ist Regenwasser in diesem Punkt eindeutig die beste Wahl. Erst recht, wenn man die Orchideen düngen möchte. Denn die Zugabe von Dünger macht das Gieß- oder Tauchwasser umso salzreicher.

Kontra: Regenwasser in Städten ist oft verunreinigt

Leider gilt das oben genannte Pro nicht pauschal für jedes Regenwasser. Denn in Städten mit viel Industrie und Autoverkehr beispielsweise wird das Wasser durch Abgase und Feinstaub verunreinigt und büßt dadurch massiv an Qualität ein.

Wer auf dem Land lebt hat hier also meist deutliche Vorteile. Aber auch dort ist Regenwasser nicht gleich Regenwasser. Läuft das Wasser beispielhafter über eine unsaubere Regenrinne in die Regentonne, so kann es auf seinem Weg ebenfalls verunreinigen und versalzen und ist dann nicht unbedingt mehr besser als Leitungswasser.

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Pro: Regenwasser ist kostenlos

Ein Vorteil von Regenwasser liegt natürlich klar auf der Hand. Es ist kostenlos. Das mag bei kleineren Pflanzenbeständen noch recht unerheblich sein. Je mehr Orchideen oder generell Pflanzen man jedoch hat, desto bedeutender wird dieser Punkt.

Und wenn es wie in den letzten Tagen in weiten Teilen Deutschlands einmal wieder Dauerregen gibt, dann ist auch kein Mangel zu befürchten. Allerdings vorausgesetzt, dass man die Möglichkeit hat, das Regenwasser für regenfreie Zeiten adäquat zu lagern.

Kontra: Falsche Lagerung von Regenwasser führt zu Keimbelastung

Die Lagerung von Regenwasser ist der nächste Fallstrick. Möchte man für regenarme Zeiten vorsorgen muss man unbedingt darauf achten, das Wasser dunkel und kühl zu lagern. Denn sonst haben Keime und Bakterien leichtes Spiel und vermehren sich vor allem bei warmen Temperaturen rasant.

Kann man eine solche Lagerung nicht garantieren so bleibt einem als Alternative noch, das Regenwasser vor der Nutzung zu desinfiziere. Abkochen könnte hier eine Möglichkeit sein, dauert aber je nach Menge ewig und ist auf Dauer nicht wirklich praktikabel.

Fazit

Wer nicht – wie ich – mitten in der Großstadt lebt und das Regenwasser in sauberen Leitungen und Gefäßen sammeln und bei Bedarf dunkel und kühl lagern kann, für den ist es zum Orchideen gießen die erste Wahl.

Allen anderen empfehle ich, bei den örtlichen Wasserwerken die Härte des eigenen Leitungswassers heraus zu finden und dieses dann vor Verwendung eventuell durch Wasserfilter, Abkochen oder dem Mischen mit destilliertem Wasser weicher zu machen.

Übrigens mögen Orchideen auch nicht in zu kühlem Wasser tauchen. Gelagertes Regenwasser daher kurz vor Verwendung immer erst etwa auf Zimmertemperatur bringen.

Fallen euch noch mehr Pros oder Kontras zu Regenwasser ein? Dann schreibt gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag.

4 Kommentare

  1. Hallo Jessica,
    Ich wohne in der Eifel.
    Und kann wenn ich das richtig gelesen habe das Regenwasser bedenkenlos nutzen? Das gesammelte Wasser läuft über ein Glasdach, Regenrrinne in die Auffangbehälter. Habe sonst immer Leitungswasser genutzt und sie darin getränkt.
    Viele Grüße ein Orchideen Neuling.

    • Hallo Jörg,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Das klingt gut, ich denke dieses Wasser kannst du bedenkenlos verwenden.

      Viele Grüße
      Jessica

  2. Die Härte des Leitungswassers zu wissen, ist nur die halbe Miete. Wenn man den Leitwert nicht kennt und der zu hoch ist, ist es noch schlimmer für die Orchideen.
    Den beeinflusst man auch durch abkochen nicht.

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