Ihr fragt, ich antworte #10: Orchideen direkt in den Übertopf pflanzen, geht das?

Willkommen zu meinem nächsten Beitrag aus der Reihe “Ihr fragt, ich antworte”. Dieses Mal habe ich aus euren Mails und Kommentaren auf meinem Blog wieder eine ganz spannende Frage heraus gepickt, die ich nun in diesem Beitrag beantworten werde.

Heike R. fragt: Hallo Jessica, eine Frage zum Gießen habe ich noch: Eine meiner Orchideen ist direkt in einen Übertopf gepflanzt worden. Deshalb kann ich sie nicht tauchen. Wenn ich den Übertopf voll laufen lasse und das Wasser dann abgieße habe ich das Problem, dass so viel von der „Erde“ verloren geht. Solle ich die Orchidee lieber umtopfen?

Liebe Heike,

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vielen Dank für deine Nachricht und die interessante Frage. Du bist natürlich nicht gezwungen deine Orchidee umzutopfen. Aber du hast selber schon eines der Probleme erkannt, die eine solche Kultur mit sich bringt. Das Wässern deiner Orchidee wird dir dadurch unnötig erschwert. Und es gibt aus meiner Sicht noch weitere Probleme:

  • Erschwertes Wässern
  • Gefahr von Staunässe
  • Schädlinge bleiben unerkannt
  • Probleme beim Umtopfen

Erschwertes Wässern einer Orchidee im Übertopf

Wie du es schon beschreibst, lässt sich eine Orchidee, die direkt in den Übertopf gepflanz ist, nur umständlich Wässern. Tauchen kannst du sie nicht, da dann das ganze Substrat von dannen schwimmt.

Das gleiche passiert in abgeschwächter Form, wenn du den Übertopf voll Wasser laufen lässt und das Wassser danach wieder abgießt. Es wird immer auch ein bisschen Substrat verloren gehen. Nicht schön.

Erhöhte Gefahr von Staunässe

Was ich allerdings noch viel bedenklicher finde ist die deutlich höhere Gefahr von Staunässe. Zum einen kann das Wasser nicht aus dem Übertopf ablaufen.

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Es wird sich also immer ein Rest Wasser am Boden des Übertopfes und damit in Wurzelnähe sammeln. Das kann bei empfindlichen Orchideen schnell zu Wurzelfäule führen.

Und zum anderen kannst du bei einer Orchidee, die direkt in den Übertopf gepflanzt ist nicht feststellen, ob sie schon wieder neues Wasser braucht oder Wurzeln und Substrat noch feucht genug sind.

Eine Orchidee im Pflanztopf kannst du einfach aus dem Übertopf heben. Bei ihr merkst du dann nicht nur optisch sondern auch am bloßen Gewicht, ob sie wieder Wasser braucht oder nicht.

Bei einer Orchidee im Übertopf kannst du nur von oben schauen, was Sache ist. Und da siehst du einfach nicht genug. Was passiert? Du wirst tendenziell zu häufig Wasser nachgießen und so das Risiko für faulende Wurzeln weiter erhöhen.

Die Orchidee direkt in den Übertopf zu Pflanzen hat viele Nachteile. Staunässe und Schwierigkeiten beim Wässern sind zwei davon.

Schädlinge an der Orchidee bleiben im Übertopf unerkannt

Ein weiteres Problem darin, dass du die Wurzeln und das Substrat nur von oben siehst sind Schädlinge.

Denn viele Schädlinge, die sich an den Wurzeln zu schaffen machen oder von diesen aus auf große Mission ziehen, lassen sich noch eindämmen, wenn du sie früh genug siehst.

Das klappt aber nicht, wenn deine Orchidee direkt im Übertopf steht und du außer der Oberfläche nichts sehen kannst. So weißt du nie, was weiter unten vor sich geht und welche Schädlingskolonien sich vermutlich dort unten formieren, ohne dass du es merkst.

Bei einem durchsichtigen Pflanztopf dagegen kannst du die Wurzeln rundherum und siehst so deutlich mehr als von oben.

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Probleme beim Umtopfen einer Orchidee im Übertopf

Last but not least bekommst du mit deiner Orchidee im Übertopf spätestens beim nächsten Umtopfen Probleme. Und um das Umtopfen kommst du nicht herum. Etwa alle zwei Jahre sollte das Substrat gegen frisches ausgetauscht werden.

Ist deine Orchidee zwei Jahre lang im Übertopf gewachsen haben sich die Wurzeln wahrscheinlich so richtig schön an der Innenwand fest geklebt. Sie zu lösen wird zur Tortur für dich und deine Orchidee und ich könnte wetten, dass dabei mehr Wurzeln als nötig zu Bruch gehen.

Einen Pflanztopf aus Plastik, mit dem du deine Orchidee in den Übertopf stellst, kann man leicht kneten, um die Wurzel zu lösen. Und wenn alles nichts hilft kannst du den Pflanztopf aufschneiden, um zu vermeiden, dass Wurzeln zu Schaden kommen. Das alles geht bei einem Übertopf aus Keramik oder Hartplastik nicht.

Fazit: Lieber früher als später Umtopfen

Wie du aus meinem Beitrag sicher schon heraus gelesen hast solltest du deine Orchidee lieber früher als später in einen Pflanztopf umtopfen und dann zusammen mit diesem wieder in den Übertopf stellen. Denn die Vorteile überwiegen deutlich und du machst dir und deiner Orchidee das Leben so um einiges leichter.

Falls du denkst, dass das Umtopfen eine zu große Herausforderung ist, empfehle ich dir meine kinderleichte Schritt für Schritt-Anleitung. Ansonsten bieten viele Orchideenhändler auch mehrmals im Jahr so genannte Umtopftage an, an denen du deine Orchidee vor Ort vom Fachmann umtopfen lassen kannst. Schau gerne in meinem Veranstaltungskalender nach einer Umtopfaktion in deiner Nähe.

Liebe Heike, ich hoffe, ich konnte dir und allen anderen Orchideenfans mit der gleichen Herausforderung weiter helfen. Ich wünsche dir viel Freude mit deinen Orchideen und jederzeit eine reiche Blütenpracht! Deine Jessica

Diesser Beitrag ist in ähnlicher Form erschienen auf dem für Hobbygärtner sehr empfehlenswerten Blog Diese Rombergs.

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