SOS – Erste Hilfe für Orchideen in 5 Schritten

Eure Orchidee hat immer schlaffere Blätter, lässt dazu alle Blüten auf einmal hängen, wirft Knospen ab und die Wurzeln sehen auch nicht mehr gut aus? Dann ist Erste Hilfe für Orchideen angesagt, um sie zu retten. In meinem Beitrag zeige ich euch fünf Erste-Hilfe-Maßnahmen, mit denen ihr eure Orchidee retten könnt. Kein Aprilscherz – versprochen!

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Erste Hilfe für Orchideen – Maßnahme 1: Die Orchidee austopfen und die Wurzeln  beschneiden

Lässt eine Orchidee Blätter und Blüten hängen, so habe ich zuerst den Verdacht, dass etwas mit der Wasserversorgung nicht stimmt. Meist hat die Orchidee dann eine Zeit lang zu viel Wasser bekommen. Dadurch sind große Teile ihrer Wurzeln abgestorben und sie leidet trotz des vielen Wassers plötzlich an Wassermangel. Das fehlende Wasser lässt die Blätter schlaff und weich werden. Es gibt den Blüten und Blütenknospen den Befehl, das Wachstum einzustellen und sicherheitshalber abzufallen, um Energie zu sparen. Erster Tipp also: Die Orchidee austopfen, alle matschigen und toten Wurzeln großzügig abschneiden und wirklich nur die noch gesunden Wurzeln stehen lassen. Wie das genau geht erfahrt ihr auch in meinem Beitrag zum Thema Orchideen umtopfen.

Erste Hilfe für Orchideen: Diese Wurzeln sehen gesund aus, hier muss nichts ab.

Erste Hilfe für Orchideen – Maßnahme 2: Frisches Orchideensubstrat

Hat man alle toten Wurzeln entfernt sollte man der Orchidee als zweite Maßnahme frisches Orchideensubstrat gönnen. Hier lohnt es sich, hochwertigeres Orchideensubstrat aus dem Fachhandel zu nehmen. Das Substrat sollte möglichst nicht zu fein sein und den Wurzeln viel Luft bieten. Nur so verhindert man es, dass die Wurzeln erneut faulen und regt die Orchidee gleichzeitig zu neuem Wurzelwachstum an. Das kann sie nach den Strapazen wirklich gut gebrauchen. Man sollte die Orchidee übrigens in den gleichen oder sogar einen kleineren Topf eintopfen, wenn sich die Wurzelmasse deutlich reduziert hat. Auf keinen Fall einen zu großen Topf nehmen, denn der birgt die Gefahr, dass das Substrat nach dem Wässern zu langsam abtrocknet und es wiederum zu Fäulnis kommt.

Erste Hilfe für Orchideen: Über frisches Substrat freuen sich von Zeit zu Zeit alle Orchideen.

Erste Hilfe für Orchideen – Maßnahme 3: Den Standort der Orchidee kontrollieren

Manchmal kann auch ein falscher Standort Schuld an schlaffen und kränklichen Orchideen sein. Denn die meisten Orchideen mögen beispielsweise kein direktes (Mittags)Sonnenlicht – Gefahr von Sonnenbrand – und auch keine länger auf sie einwehende Zugluft. Wenn möglich sollte man der Orchidee also einen Platz an einem Ost- oder Westfenster gönnen, das selber nicht so oft geöffnet werden muss. Da die Orchideen frische Luft generell mögen, ist es wichtig, den Raum, in dem sie stehen, ein bis zwei Mal am Tag stoßzulüften. Auch Heizungsluft kann die Orchideen schwächen, vor allem dann, wenn die Luftfeuchte durch die Heizung rapide absinkt. Hier können Schälchen mit Wasser oder einfach das Trocknen der Wäsche im selben Raum Abhilfe schaffen.

Erste Hilfe für Orchideen: Orchideen mögen es hell, vermeidet aber bitte direktes Sonnenlicht, vor allem in der Mittagszeit.

Erste Hilfe für Orchideen – Maßnahme 4: Das Gießverhalten anpassen

Bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen mögen Orchideen keine nassen Füße. Man sollte sie also zum einen lieber tauchen als sie zu gießen. Danach kann man das Wasser abtropfen lassen, bevor man sie in den Übertopf zurücksetzt. Zum anderen sollte man die Orchidee erst dann erneut gießen, wenn das Wasser wirklich restlos verschwunden ist. Eine einfache Methode, dies herauszufinden ist es, die Orchidee anzuheben. Ist sie ganz leicht, so ist das ein gutes Zeichen dafür, dass das Substrat komplett abgetrocknet ist. Ist sie noch ein wenig schwerer oder ist man sich unsicher  wartet man lieber noch ein bis zwei Tage und prüft erneut. Einige Orchideen vertragen in gewissem Maße ein wenig mehr Wasser. Darüber muss man sich dann am besten vor dem Kauf oder spätestens zu Beginn der Kultur der Orchidee zuhause informieren.

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Erste Hilfe für Orchideen: Bei Orchideen ist in Sachen Wasser weniger mehr. Denn die allermeisten Orchideen mögen keine nassen Füße

Erste Hilfe für Orchideen – Maßnahme 5: Auf Schädlinge prüfen

Manchmal ist auch ein Schädlingsbefall der Grund für eine kränkelnde Orchidee. Deshalb sollte man seine Orchidee regelmäßig auf Schädlinge überprüfen. Hinweise auf Schädlinge können Flecken oder Erhebungen auf den Blättern sein. Auch Gespinste an den Blättern oder im Substrat können ein Anzeichen sein, dass sich unerwünschte Bewohner auf der Orchidee niedergelassen haben. Hat man einen Schädlingsbefall entdeckt so ist Neem-Öl ein gutes Mittel gegen viele der Plagegeister. Etwas Neem-Öl zusammen mit dem Tauchwasser in einen Eimer füllen und die gesamte Orchidee darin tauchen. Die Behandlung nach etwa zwei Wochen wiederholen und dann abwarten, ob alle Schädlinge erwischt wurden.

Erste Hilfe für Orchideen: Wolllaus (die wie auf dem Bild weiße Gespinste hinterlassen), Spinnmilbe und Co haben auf sowieso schon geschwächten Pflanzen oft leichtes Spiel. Deshalb die Orchideen generell regelmäßig auf Schädlinge überprüfen.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesen fünf SOS-Sofortmaßnahme helfen, eure Orchidee wiederzubeleben und ihr ein weiterhin schönes Orchideenleben zu ermöglichen. Noch mehr Tipps und Neuigkeiten zur Orchideenpflege erhaltet ihr hier.

Der Beitrag ist unter dem Titel SOS. Orchidee in Not in ähnlicher Form ebenfalls erschienen auf dem Garteninspektor Blog.

 

 

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