Ihr fragt, ich antworte #4

Blütentrieb abschneiden

Hier kommt ein neuer Beitrag aus der Reihe „Ihr fragt, ich antworte“. Erneut möchte ich eine eurer spannenden Leserfragen zur Orchideenpflege beantworten. Dieses Mal geht es um das Thema Blütentrieb abschneiden. Ihr erfahrt, wann ein Blütentrieb denn nun abgeschnitten werden kann und wann er lieber doch noch eine Weile an der Orchidee bleibt.

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Lisa W. fragt: Ich habe mehrere Orchideen, bei denen die Blüten mittlerweile verblüht sind. Nun bin ich mir unsicher, ob ich die Blütentriebe noch an den Pflanzen belassen soll oder sie schon abschneiden darf, denn schön sehen sie so ohne Blüten nicht mehr aus. Wie erkenne ich, ob ich die Blütentriebe abschneiden darf?

Liebe Lisa,

vielen Dank für deine interessante Frage. Viele Orchideen landen leider nach der Blüte in der Mülltonne. Daher ist es schon einmal sehr löblich und vor allem auch total lohnenswert, dass du sie behalten und weiter pflegen möchtest. Denn Orchideen blühen bei guter Pflege ganz einfach erneut.

Ich nehme an, bei deinen Orchideen handelt es sich um Phalaenopsis, also Schmetterlingsorchideen. Meine Tipps beziehen sich also zunächst einmal auf diese Orchideengattung. Weiter unten schreibe ich dir dann noch etwas zu anderen Gattungen und deren Blütentrieben.

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Phalaenopsis Orchideen treiben gerne an abgeblühten Trieben erneut aus.

Ein grüner Blütentrieb darf bleiben

Zugegeben, ein abgeblühter Trieb sieht erst einmal nicht mehr ganz so schick aus. Ich würde dir trotzdem raten, ihn an der Orchidee zu belassen, solange er noch grün ist und saftig aussieht. Denn dann besteht die Möglichkeit, dass die Orchidee aus diesem Blütentrieb erneut austreibt.

Du kannst die Orchidee dazu anregen, indem du den Blütentrieb mit einer scharfen Schere oder einem Messer kürzt. Dann fällt er auch optisch nicht mehr allzu sehr ins Gewicht.

Dabei hat es sich bewährt, ihn über dem dritten Auge – so nennen sich die gut sichtbaren Verdickungen oder Knoten an den Blütentrieben – abzuschneiden. Mit Glück erscheint dann genau dort ein neuer Seitentrieb, an dem bald die ersten Knospen wachsen.

Trockenen Blütentrieb abschneiden

Ist der Blütentrieb selbst dagegen schon bräunlich verfärbt und offensichtlich ausgetrocknet, kannst du ihn getrost so weit unten wie möglich abschneiden. Aus einem bereits vertrockneten Blütentrieb wachsen keine neuen Seitentriebe, er ist totes Gewebe und kann entsorgt werden.

Pass beim Abschneiden auf, dass du die Pflanze selber nicht verletzt. Im Zweifel schneide den Blütentrieb lieber ein Stückchen weiter oben ab. So läufst du weniger Gefahr, die Blätter oder den Stamm mit dem spitzen oder scharfen Schneidwerkzeug zu erwischen.

Blütentrieb ist nicht gleich Blütentrieb

Wie oben angekündigt, gilt die Faustregel „Braun kann weg und Grün darf bleiben“ zunächst einmal nur für Phalaenopsis Orchideen. Denn die meisten anderen Gattungen bilden Blütentriebe aus, die nach dem Abblühen nicht erneut wieder austreiben können. Du kannst also bei so gut wie jeder anderen Orchidee den Blütentrieb gleich nach dem Verblühen abschneiden.

Ich würde dir dennoch raten, zu warten, bis auch dieser Blütentrieb braun und vertrocknet ist. So hat die Orchidee Gelegenheit, all die guten Stoffe, die sie zum Aufbau des Blütentriebes genutzt hat, wieder einzulagern und so Kräfte für den nächsten Blütentrieb zu sparen.

So gilt also auch für andere Orchideengattungen die Faustregel „Braun kann weg, Grün darf noch bleiben“. Nur eben nicht so streng.

Sonderfall: Blütentrieb abschneiden bei Revolverblühern

Einen Sonderfall unter den blühenden Orchideen möchte ich nicht unerwähnt lassen. Und zwar gibt es unter den Paphiopedilum Orchideen, besser bekannt als Frauenschuhe, so genannte Revolverblüher. Die haben ihren Namen daher, dass sie eine Blüte nach der nächsten bilden. Und das immer am gleichen Blütentrieb.

Ein wahrer Revolverblüher – Paphiopedilum Pinocchio

Ein recht beliebtes und oft im Handel angebotenes Beispiel ist Paphiopedilum Pinocchio. Bei diesem und anderen Revolverblühern muss der Blütentrieb unbedingt unverändert an der Pflanze bleiben, da wirklich immer wieder Blüten nachkommen. So können diese Orchideen über Jahre hinweg dauerhaft blühen. Wirklich beeindruckend!

Liebe Lisa, ich hoffe, ich konnte dir bei deiner Frage weiter helfen und du weißt nun, was bei deinen Orchideen zu tun ist. Wenn nicht, melde dich gerne per Kommentar unter diesem Beitrag. Deine Jessica

Dieser Beitrag ist in ähnlicher Form erschienen auf dem für Hobbygärtner sehr empfehlenswerten Blog Diese Rombergs.

2 Kommentare

  1. Meine Mutti hat ein Stammkinfel was direkt seitlich hersus wächst,fieses Kindel würde ich gern abtrennen sowie der Kindel kräftig genug ist und genug Wurzeln hat. Kann ich den Kindel mit einen schsrfes Messer abtrennen??
    Ich würde gern ein Bild schicken,aber leider geht das hier nicht.
    Damke

    • Hallo und vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ich würde grundsätzlich keine gesunden Pflanzenteile mit Gewalt abtrennen oder mit einem scharfen Messer abschneiden. Du wirst die Pflanze so in jedem Fall verletzen und über die Wunden können Krankheitserreger eindringen. Versuche doch mal, das Kindel mit sanftem Drücken oder Ziehen von der Mutterpflanze zu lösen. Wenn die Zeit reif ist könnte es auch so gelingen und die Schäden halten sich dann in Grenzen.

      Liebe Grüße
      Jessica

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